Na?

Divara @, Sonntag, 01. April 2018, 21:57 (vor 105 Tagen) @ Oblomow

Sehr wahre Worte, monsieur Oblomow, leider zu wahr. Ich will nicht glauben, dass die dreißiger Jahre nur Pause gemacht haben, ich halte mich noch daran fest, dass es doch mal besser war.
Aber für das was kommt, ist das unerheblich.
Und es stimmt, in den letzten Monaten bin ich auch sehr schnell sehr alt geworden. Und müde. Ein Werkzeug nach dem anderen habe ich aus der Hand gelegt.
Von meiner Webseite ist alles Politische verschwunden. Ostern war bisher friedlich und banal. Soll man diese oder jenes Haus abreißen oder sanieren? War es richtig, diese beiden Bäume zu fällen? Kaufen wir nicht vor jedem Feiertag zu viel zum Essen ein?
Ja, wir diskutieren über schwerwiegende Probleme, ich neige jetzt eher dazu zuzuhören.

Als Lehrerin, die ich leider nicht aufhören kann zu sein, sehe ich mit Schrecken, dass die Generation, die da heranwächst, nicht gerüstet ist für das, was auf sie zukommt.
Es gab einmal eine Zeit, da habe ich Migrantenkindern den Daumen ins Kreuz gesetzt, sich um die doppelte Staatsbürgerschaft zu bemühen, sofern möglich. Das habe ich eingestellt. Jetzt rate ich ihnen, die Sprache des Landes ihrer Eltern zu lernen. Es kann sein, dass sie einmal brauchen. Mehr jedenfalls als das auf kaltem Wege entwürdigte Wahlrecht, das nur noch eine Farce ist.

Was mir jetzt noch sehr viel Spaß macht: ich höre französische "Chansons", also Schlager, wie es damals hieß, aus meiner Schulzeit. Was für eine schöne Sprache, selbst bei ganz einfachen Texten. Das war ein Land, das wir damals imitieren wollten. Was ist aus diesem Land geworden? Wie konnte es dahin kommen?
Möge es wenigstens bald etwas wärmer werden.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen zweiten Ostertag.
Divara


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