Musa Dagh, Erdogan und der ganz alltägliche Schwachsinn

H.., Samstag, 24. Dezember 2011, 12:02 (vor 5222 Tagen) @ Divara

Für meinen Geschmack wird um die "korrekte Bezeichnung" von irgendwem einfach viel zu viel Theater gemacht. Gegen Vorurteile hilft das allerdings eher nicht. Im Gegenteil. Im Grunde geht's doch um die Frage, was mit der Aussage verbunden ist, nicht um die Wortwahl.


Tja, aber wenn ich Homosexuelle "Schwule" und Lesbierinnen "Lesben" nenne, dann bin ich voll tolerant.>

"Katholik" zum Bleistift wurde hier durchaus schon in diskriminierender Absicht benutzt.


Wahrscheinlich muss man bald drauf bestehen, Kathole genannt zu werden. s.o.>

Am lustigsten finde ich eigentlich die Komiker, die sich über Bezeichnungen wie "Eskimo" aufregen. ... >

Schwaben, Boches, Krauts, Kartoffeln...Wie wärs, man machte es wie die Deutschen und würde einfach darüber lachen?

Sach' ich doch. Aber es kommt halt immer auf den Zusammenhang an. Also Du kennst irgendwen zum Bleistift von irgendwelchen Dom-Führungen und erzählst von dem. Womöglich ist er ein Job-Konkurrent und Du flechtest unauffällig ein, dass er schwul ist, oder so. Dann gehört das da nicht hin. Wenn Du aber irgendwem erzählst, dass das eigentlich ein ganz knuffiger Kerl ist, der Dich womöglich interessiert - dann ist das schlicht eine andere Aussage.
Oder wenn mir ein Kumpel bei irgendeiner Gelegenheit erzählt, dass er eine Frau ganz anziehend findet - dann würde ich ihn womöglich darauf hinweisen, dass die Betreffende eher anderweitig interessiert ist. Wobei mir gerade auffällt, dass ich den Begriff "Lesbe" nicht verwenden würde.

Mit "Kathole" verbinde ich keine Wertung. Das Wort holpert nicht so, wie "Katholik", kommt nicht so hart daher. Aber das ist einfach Geschmacksache. "Evangele" stört mich auch nicht, solange bei mir ein "Ex-" davor steht.

Als innerchristliche Unterscheidung mag die Bezeichnung Sinn machen, es gibt halt ein paar Unterschiede zwischen der katholischen, der orthodoxen und der evangelischen Sicht. Solange man sich der gemeinsamen Geschichte bewusst ist, geht's ohnehin eher um Detailfragen. Was natürlich auch für Calvin gilt. Der sich übrigens stark an Augustinus orientiert.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum