Böse Worte eines Libertären

Oblomow, Donnerstag, 08. September 2011, 02:31 (vor 5329 Tagen) @ Alex


Okay, aber um mal zum Eingangsbeitrag zurückzukommen,
was hältst Du Cörryworscht-Tycoon denn von diesem Herrn,
bzw. seinen Visionen ?


http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Vermoegen-werden-sich-in-Luft-aufloes...


FC hat sich wieder dem Schöngeistigen zugewandt. Ersatzweise kommentiere ich in seinem Sinne Ihre Frage, ok?

Angesichts der weltweit riesigen Geldmengenausweitung, die in dem Warenwert kein Äquivalent mehr hat, sind Hyperinflationen wahrscheinlich.
Sowas äußert man allerdings nicht in der Öffentlichkeit, da diese Gefahren erst recht eintreten, wenn die Erwartung sich bei allen (Vermögenden) durchsetzt. Eine klassische 'Self-fulfilling-Prophecy' - Situation.


Klar auch, dass die immense Staatsverschuldung (in so ziemlich allen westlichen Staaten) unter normalen Verhältnissen nicht rückführbar ist. Allein die (zZt noch niedrigen) Zinsen belasten schon jetzt, bald erdrücken sie die meisten Volkswirtschaften. Um den Kapitaldienst à la longue leisten zu können, ist eine Entwertung, wie sie durch Inflation erfolgt, erforderlich.

Dass sich in diesem Fall "Vermögen in Luft auflösen", ist so generell nicht zwingend. Meistens gehören Sie nachher nur anderen. ;-) Es kommt sicherlich (wie in der Geschichte) darauf an, in welcher Form das Vermögen gehalten wird. Dabei ist Geldvermögen am meisten gefährdet. Ebenso wie Ansprüche "in" Geld, wie zB Lebensversicherungen, Renten.
Sowohl in den 1920er als auch 1948 zeigte sich das Sachvermögen (Immobilien- und auch Aktienvermögen) (wenn die Firma nicht pleite geht) am stabilsten. Auch wenn Aktien nicht mehr in Prozent gehandelt werden, so verkörpert sie doch einen Bruchteil des Unternehmens. Und ob der nun in Rubel, USD oder Fränkli bezahlt wird, ist relativ wurscht.
Letztere sind auch deshalb geeignet , weil sie einen relativ hohen Liquiditätsgrad aufweisen (vergleichbar zum Gold), man wird sie zu fast jeder Zeit, auch in der Krise, wieder los; manchmal, wenn man Geld dringend braucht, nur mit Verlust.

Man kann natürlich auch in stabile Währungen: den Schweizer Fränkli flüchten.
Die Schweiz hat gestern ein unteres Limit eingezogen: 1,2 ! (hinsichtlich Kaufkraft wäre der gerechte Kurs 1,65)
Und damit den Wechselkurs an den Euro - lose - gebunden. Sie hat gestern dem weiteren Aufwertungsdruck widerstanden, Schlußkurs 1,21
https://www.cortalconsors.de/Kurse-Maerkte/Waehrungen;jsessionid=B7087507973072CB901562...

Mal sehen, wie lange die arme, kleine Schweiz das durchhält. Vor rund 15 Jahren versuchte GB gegen die US-Spekulanten das engl.Pfund zu stützen. Nach einigen Wochen war Soros um eine Milliarde USD reicher. Den Staat GB kostete das vergebliche Gegenhalten 3,5 Milliarden Pfund.
Heute sind ganz andere "Marktkräfte"(Spekulanten) am wirken; vor allem verfügen sie ueber ein ungleich höheres Finanzpotential, das sie 'notfalls' gegen die kleine Schweiz einsetzen könnten.

Um solche Mißstände zu vermeiden, wäre eine konzertierte Aktion mehrerer Staaten erforderlich; dazu will sich aber die Politik nicht entschließen.

Alles ohne Gewähr!


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