PISA
Ist Finkielkraut ein Pendant zu Sarrazin?
_________________________________________Auf jedem Fall, aber nur von der anderen Seite aus.
ich glaube zu ahnen, Udo, was Du meinen könntest bezüglich "der anderen Seite"Wesentlich behutsamer ist Finkielkraut aber auch nicht, ........ denn während bei Sarrazin noch die Lösungsmöglichkeit einer verträglichen Änderung der Politik besteht mit einem alle Seiten befriedigenden Ausgang ( bessere Ausbildung, Förderung der Integration, Reglementierung der Zuwanderung ), ist bei Finkielkraut die Aussicht eher trübe (und politisch unumsetzbar).
In Vertretung des alten Verschwörungtheoretikers ecc, der schon damals eine Verlogenheit in der öffentlichen Diskussion festzustellen glaubte, zitiere ich an dieser Stelle AF (s.u). Wobei die werte Leserschaft bitte die Frage sich stellen möge: 'Was folgt denn daraus?"
."Der französische Philosoph Alain Finkielkraut besagt in seinem jüngsten Werk (L’identité malheureuse, 2013), dass der politische Diskurs über die kulturelle Durchmischung nicht mehr funktioniert, weil diese schon zu oft in den Himmel gelobt und über die nationalen Identitäten gestellt wurde. Er hat sogar den gegenteiligen Effekt: Die Einheimischen ziehen sich in ihre eigenen Kreise zurück und lehnen die Neuankömmlinge ab, weil diese vom System bevorzugt" (würden).
zit.nach: Der TagesAnzeiger, Zurich, 11.12.2013
http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/22390/22390/?lang=de.
( Nur zur Diskussion: ich bin kein Anhänger radikaler Lösungen.)
Nein, natürlich nicht. Aber ich zitiere mal aus dem Gedächtnis Christophe Barbier vom links-liberalen express: Wenn ein Mihi ein Verbrechen begeht, dann muss in der Presse auch gesagt werden, dass es ein Mihi ist. Denn sonst macht das Marine LePen.
Frankreich ist kein fremdenfreundliches Land. Die Araber mochten sie noch nie. Engländer können sie seit dem Hundertjährigen Krieg nicht leiden. Amerikanern verzeihen sie nicht, dass die sie von der deutschen Besatzung erlösen mussten. Deutsche sind allerdings - soweit ich das selber erlebe - akzeptiert, wenn sie die Sprache sprechen. Aber auch nur dann.
Zwischen Finkielstein und Sarrazin gibt es einen wichtigen Unterschied. F. ist kein Komet, der plötzlich auftaucht und das Land durchrüttelt. Er ist lange bekannt und Teil der Schule der "Nouveaux Philosophes", die als alte 68er erkannt haben, dass die Folgen dieser Bewegung mehr zerstört als verbessert haben. Aber der FN hat mit ihm als Sohn polnischer Juden natürlich gar nichts am Hut, während Sarrazin nun das Hätschelkind der Neonazis ist.
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Oblomov,
03.12.2013, 20:17
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