Breivik und Broder

Schlemiel, Donnerstag, 28. Juli 2011, 10:17 (vor 2518 Tagen) @ imagine

Stoppt die Breivik-Soap!

Aber wenn Meinungsmedien den voyeuristischen Impuls befördern und ausschlachten, machen sie den Attentäter zur Ikone und zum Helden.


Ein steiniger Weg

Wie weit und ob das Buch überhaupt rezipiert werden soll, ist jetzt umstritten. Vorsorglich wird es als wirr oder wahnsinnig eingeschätzt – was dann wohl die genaue Lektüre entbehrlich machen soll. Allenfalls die schnelle Suche nach entsprechenden Schlagworten wie »Broder« (12 x) oder »Wilders« (29 x) wird vorgenommen, um ersatzweise Journal­ismus zu simulieren. Wobei die Suche bei »Adorno« (26 x) oder »Orwell« (12 x; mehr­fach verwendet der Autor Orwell-Zitate zu Beginn seiner Kapitel) ähnlich ergiebig gewesen wäre.

Die Argumentation, man dürfe B. kein Forum bieten, der Wunsch, ihn in die Bedeutungs­losigkeit zu verbannen, ist verführerisch. Aber er ist in dieser Absolutheit falsch. Es ist ein seltsamer Aufruf zur Verdrängung, der da geleistet wird. Niemand wäre auf die Idee gekommen, Motivationen und Hintergründe für die Anschläge von 9/11 mit einem Verbot zu belegen. Hätte man die Existenz von Osama Bin Laden besser tot­geschwiegen? Aus dem vorauseilenden Verbot spricht die Angst vor der Urteilskraft des Bürgers. Derart paternalistische Gesten sind einer Diskurs-Gesellschaft nicht angemessen. Medien sind zwar in der gefährlichen Situation, dass sie den Spagat zwischen Bericht­erstattung und reiner Propaganda finden müssen. Aber sie müssen diesen Weg finden. Es ist ein steiniger Weg.

Steinig der Weg fuer diejenigen, die sich A.B.'s Muell antun werden. Da kann ich mir auch «Mein Kampf» goennen. Ist, so vermute ich mal, bedeutend duemm ... duenner.


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